Zeit Geist ~ Krise als Chance

„Schwierige Zeiten lassen uns Entschlossenheit und innere Stärke entwickeln.“
(Dalai Lama)

Im Chinesischen ist das Schriftzeichen für Krise zusammengesetzt aus dem Zeichen, das für Gefahr/Problem steht und dem Zeichen, das die Chance/Gelegenheit repräsentiert.

„Jeder vermeintliche Nachteil birgt in sich den Keim eines umso größeren Vorteils.“

Die aktuelle weltweite Krise kann also eine Chance für die gesamte Entwicklung aller Menschen auf diesem Planeten sein.

Doch zu allererst braucht es eine grundlegende Definition, die Überzeugung, dass es das Leben in jedem Moment gut mit mir meint.

Wir haben uns auf Seelenebene vorgenommen hier auf diesem Planeten bestimmte Erfahrungen zu machen. In dieser Absicht sind wir auf der Erde inkarniert. JedeR folgt einem Seelenplan, jedeR individuell für sich und das in vollkommener Einzigartigkeit. Was uns verbindet ist, dass wir auf Seelenebene mit verschiedenen anderen Seelen Vereinbarungen getroffen haben, wie wir uns dabei gegenseitig am besten unterstützen können, um genau das zu erleben, was wir uns auf Seelenebene vorgenommen haben. Bestens beschrieben ist das im Buch von Neale Donald Walsch „Ich bin das Licht – Die kleine Seele spricht mit Gott“.

Auch wenn wir uns in manchen Augenblicken nicht mehr daran erinnern können, gibt es scheinbar doch einen übergeordneten Plan. Ein großes Ganzes, in dem alles eingebunden ist und jedeR Einzelne von uns Teil dieses großen Ganzen ist.

Religiös geprägte Menschen sprechen von „Gott“ oder „Allah“, andere bezeichnen es als „Leben“ oder „universelle Intelligenz“. Doch das sind lediglich unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dasselbe.

In dem Augenblick, in dem ich mich der Führung durch meine Seele anvertraue und meinem Seelenplan folge, erlebe ich eingebettet in das große Ganze, dass alles und jedeR einem bestimmten übergeordneten Plan folgt.

Insofern stellt sich mir die Frage, ob ich generell im Vertrauen in dieses große Ganze bin?

Bin ich im Vertrauen in das Leben?

Das Leben meint es in jedem Moment gut mit mir. Wenn ich mich dieser Aussage anschließe, dann bedeutet das, dass alles und jedeR nur meinem Besten dient. Nur weil ich es gerade nicht verstehe, weil durch meine Inkarnation hier auf der Erde mein Bewusstsein getrübt ist durch die Materie, in die ich eingetaucht bin, heißt das noch lange nicht, dass das, was ich gerade erlebe, keinen Sinn für mich macht.

Wenn ich im Vertrauen in das Leben bin, weiß ich, dass ich geführt bin. Alles hat seinen Sinn und alles hat seine Zeit. Es geht darum, mich der Führung durch meine Seele anzuvertrauen. Das geschieht nicht in der Orientierung nach außen, sondern findet grundsätzlich über mein Er~inner~n statt. Inne zu halten, um mich zu er~inner~n, wer ich wirklich bin und was genau ich wirklich will? Nicht das, was uns die Gesellschaft und mein Ego einzureden versucht, sondern das, was meinem Lebensplan entspricht.

„Was nützt es, wenn ich die ganze Welt gewinne, meine Seele dabei aber Schaden nimmt?“ Eine Frage aus dem 2000 Jahre alten Bestseller, der Bibel.

Dort heißt es auch:

„Trachte zuerst nach dem Reich Gottes, alles andere wird dir dazugegeben.“

„Das Reich Gottes ist inwendig in dir.“

„Du bist vollkommen, so wie dein Vater im Himmel vollkommen ist.“

Vielleicht verschafft mir die Krise jetzt gerade die Möglichkeit, inne zu halten, um mich zu er~inner~n, wer ich wirklich bin und was genau ich wirklich leben will?

Will ich weiterhin mein Leben im außen leben?

Das tun, was andere von mir erwarten?

Lieb, brav und nett sein, um anderen zu gefallen oder sie nicht zu enttäuschen?

Einen (vielleicht gut bezahlten) Job tun, um damit meinen Lebens~unten~halt zu verdienen?

Oder doch lieber meine Be~ruf~ung leben, das wozu ich mich be~ruf~en fühle?

Natürlich ist es wichtig, dass ich dabei auch etwas ver~diene.

Doch ist vielfach der Zusammenhang aus dem Blick geraten. Es geht um mein „Dienen“. „Ver~dienen“ ist eine (automatische) Folge von „Dienen“, kein Selbstzweck und schon gar kein Unternehmensziel.

Wie kann ich mit dem wer ich bin, mit meinen Talenten und Begabungen anderen und /oder dem Leben am besten dienen?

Je besser ich die Frage beantworten kann, umso näher komme ich dem Feld meiner Lebensaufgabe.

Chuck Spezzano, der Begründer der Psychologie der Vision, spricht davon, dass meine Lebensaufgabe das ist, was ich auf Seelenebene versprochen habe in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.

Würde jedeR von uns genau diesen Platz im Leben einnehmen, wäre damit in einem Netzwerk der Gemeinschaft allen Menschen und insbesondere dem Leben gedient.

Doch zurück zum Vertrauen in das Leben und der Tatsache, dass es das Leben in jedem Augenblick gut mit mir meint.

Das erlaubt mir einen anderen Blickwinkel. Statt mich zu fragen, warum mir etwas passiert, ist die Frage danach, wozu mir eine Situation, ein Problem, eine Krise jetzt dient, wesentlich zielführender.

Sie führt mich direkt in die Lösung. Und ich höre auf Opfer zu sein. Ein Opfer der Umstände oder von anderen Menschen. Im Opferzustand zu sein, macht mich ohn~mächt~ig, nimmt mir also die Macht. Da ich Opfer bin, bin ich darauf angewiesen, dass sich im außen etwas oder jemand ändert. Das macht mich hilflos und abhängig.

Doch das Leben will ja nur mein Bestes. Also dient mir jede Situation dazu, in meine Macht zu kommen.

„Die Kraft in mir ist immer größer, als das, was vor mir liegt.“

Wenn ich das Leben richtig verstehe, bekomme ich vom Leben immer nur die Aufgaben, die ich auch bewältigen kann. Dann bin ich im Vertrauen, dass Schüler in der 1. Klasse auch nur die entsprechenden Aufgaben bekommen und nicht die aus der 10. Klasse.

Das wiederum bedeutet, dass ich mich andererseits geehrt fühlen kann, wenn ich vom Leben besonders schwierige Aufgaben bekomme. Schließlich bekommen nur die besten Schüler die schwierigsten Aufgaben.

Oder anders gesagt: „Probleme sind Komplimente an meine Talente“.

Ver~trauen hat zwei Komponenten. Einerseits das Ver~trauen in das Leben und andererseits das Ver~trauen in mich. Dass alles, was ich für ein erfülltes Leben brauche, bereits in mir steckt. Mich zu trauen, bedeutet, dass ich mir selbst treu bin. Dem, was in mir steckt und sich ent~wickeln will. Damit gehe ich in die Trau~ung mit mir selbst und die Hoch~zeit in meinem Leben beginnt.

Wenn ich meinem Seelenplan folge, bin ich in einer vollkommenen Übereinstimmung innerhalb meiner Begabungen und meiner Aufgaben. „Wo die Gaben liegen, liegen auch die Aufgaben“ soll schon Goethe gesagt haben.

Oder in den Worten von Viktor Frankl, dem Begründer der Logotherapie, der Lehre vom Wort uns Sinn des Lebens, liest sich das so:
„Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der zu antworten hat - das Leben zu ver~antwort~en hat.“

Indem ich mich dieser Lebensphilosophie öffne, erschließt sich mir der Sinn des Lebens und damit auch der Sinn von Krisen.

Sie dienen mir dazu in die Kraft zu kommen. Sie sind ein Impuls für Veränderung. Manchmal sind sie radikal, d.h. sie bringen uns zurück zur Wurzel.
Augenscheinlich ist es jetzt gerade wieder einmal an der Zeit zur Be~SINN~ung zu kommen.

SINN: Der Weg, der Gang, die Reise

Mein Lebens~SINN, mein Lebensweg, mein Gang durchs Leben, meine Lebensreise.

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Dem Gehenden schiebt sich der Weg unter die Füße.

Es gab schon immer wieder Ereignisse, die sich das Leben hat einfallen lassen, damit wir zur Be~SINN~ung kommen. Doch, was bleibt dem Leben anderes übrig, als für eine zusätzliche Querbeschleunigung zu sorgen, um uns endlich aus der alten Spur heraus zu katapultieren, wenn bisherige (leichtere) Hinweise von uns einfach nicht beachtet werden.

Vertrauen in das Leben bringt mich jetzt in die Energie, die in mir steckt, die sich jetzt entfalten will. Angst bringt mich in die Reduzierung. Vertrauen und Achtsamkeit geben mir Kraft.

Der Weg aus jeder Krise beginnt

  1. mit der Akzeptanz des Ist-Zustandes. Dazu dient mir der Satz: „Alles, was ist, ist gut, so wie es ist, sonst wäre es nicht.“

  2. Bin ich im Widerstand gegenüber einer Situation, die sich mir im Leben zeigt, reduziere ich meine Energie. Das hat René Egli schon vor 25 Jahren in seinem Buch „Das Lol²a Prinzip“ über das Beispiel mit einem Stromkreislauf beschrieben. Wenn ich in einen Stromkreislauf einen Widerstand einbaue, fließt weniger Strom (= Energie). Je größer der Widerstand ist, umso weniger Strom fließt. Entferne ich den Widerstand aus dem Stromkreislauf, steht sofort wieder alle Energie zur Verfügung. Das gilt natürlich auch für mein Leben. Über die Frage „Was genau sind meine Widerstände hinsichtlich eines Problems?“ komme ich mir selbst auf die Spur.

  3. Natürlich ist es normal in einer bedrohlichen Situation auch Angst zu haben. Doch statt ihr zu erlauben, meinen Verstand zum rasenden Affen zu machen, bietet sich die Frage an: „Was genau macht mir in dieser Situation Angst?“ Die eigenen Ängste zu benennen, hilft alleine schon dazu etwas ruhiger zu werden.

  4. Dann ist da noch das unendliche Thema der Dankbarkeit. „Wofür genau bin ich in der jetzigen Situation dankbar?“ Beispielsweise, dass ich heute lebe, dass ich heute etwas zum Essen und Trinken habe, dass sauberes Wasser aus meinem Wasserhahn kommt, mit dem ich mir die Hände waschen kann … Es geht darum im Hier und Jetzt tiefe Dankbarkeit für das zu empfinden, was in meinem Leben alles schon funktioniert.

  5. Abschließend stelle ich mir jetzt die Frage: „Was genau würde ich jetzt hinsichtlich der Situation tun, wenn ich wüsste, dass alles gut geht?“ Wenn ich dabei „inne“ halte und wahr~nehme, was mir meine Seele jetzt mitteilt, bin ich der Lösung schon einen Schritt näher. Wichtig ist es dabei, meinen Verstand, der mir vielleicht gerade wieder erklären will, wie es auf jeden Fall nicht geht, auf die Hollywoodschaukel in meinem Herzen setze, damit er Ruhe gibt. Wenn ich weiß, wie es geht, ist meine Vision zu klein. Oder anders ausgedrückt: Dann wäre es ja leicht, dann könnte es ja jedeR.


Einige Gedanken zum Abschluss:

Bin ich im Vertrauen in das Leben?

Vertraue ich mich der Führung durch meine Seele an?

Angenommen, die jetzige Situation hätte eine positive Absicht, wozu könnte sie mir jetzt dienen?

Sicher ist doch, dass dann, wenn sich meine Seele von diesem Planeten verabschieden will, weil der eigene Plan erfüllt ist oder auch vielleicht nicht mehr erfüllt werden kann, dass ihr dies dann auf jeden Fall mit oder Corona Virus gelingt.

Die Möglichkeit, dass sich meine Seele mit oder ohne Corona Virus aus diesem Leben verabschiedet, ist also – von der Seelenebene aus betrachtet – sowieso relativ.

Mein Lebensplan ist mein Lebensplan. Und ich bin immer in Sicherheit, weil ich meine Sicherheit bin.

Also vertraue ich mich doch lieber der Führung durch meine Seele an und nutze jetzt die Chancen, die mir die gegenwärtige Krise bietet.

Was genau würde ich jetzt hinsichtlich der aktuellen Krise tun, wenn ich wüsste, dass alles gut geht?

Bleib gesund!

 

Liebe Grüße

Otto Steib

 

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